TRAVEL || DAS FESTIVAL DER ANDEREN ART

TRAVEL || DAS FESTIVAL DER ANDEREN ART

 Normalerweise verbringen wir Midtwenties unsere Zeit auf Festivals mit duzduz – Musik. Das Motto: In der Früh ein warmes Bier und am Abend Alkohol in Körpergewicht trinken. Coolness bekommt eine neue Definition. Wer schafft es sich drei Tage lang nicht zu duschen, nach trinken, kotzen, trinken im ewigen Zyklus. Mit dem Wort Festival assoziieren wir ein aufgaben-freies, regelloses Dasein und Exzesse.

genau

Umso schöner fand ich es, ein Festival der anderen Art zu erleben: “Wurzeln der Erde”. Es geht dort um ein respektvolles Miteinander und die Verbindung zwischen  Mensch und Natur. Und ja, ich bin mit einer kritischen Einstellung hingefahren a la “sicher viele Extrem – Öko – Kräuter – Hippies”. Meine Erwartungen waren gleich null. Und das war gut so. Denn wenn die Erwartungen niedrig sind, steigt die Wahrscheinlichkeit auf Fantastisches.

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Was macht dieses Festival außergewöhnlich?
Dort geht es darum, traditionelles und spirituelles Gut verschiedener Kulturen zu vereinen. Das heißt unter Anderem das Bewusstsein, die Menschlichkeit und die Naturverbundenheit zu stärken. In den vier Tagen sollte außerdem kein Alkohol konsumiert werden und vegan gegessen werden.

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Vor der Kiva, ein in die Erde gegrabener Raum, treffen sich die Ältesten und Schamane zu einer spirituellen Zeremonie. Sie danken dem Energiefluss des Universums. Es fließt vieeeel Energie. Rund um die Kiva trifft das Publikum an. Viele Meditierende, ein paar Schaufreudige. Wir dürfen die Kiva nicht betreten, und spüren diese Energie trotzdem zu 100%.

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Umso schöner habe ich es gefunden, dass sich diese ungeschriebenen Regeln bei Kindern in Luft auflösen, weil sie diese nicht kennen.
Ich freue mich an diesem Ort Kinder als die wahren Meister kennen gelernt zu haben.

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Dreimal täglich wurde Essen ausgegeben. Nicht viel, aber genug. Obst und Wasser gab es den ganzen Tag zur freien Entnahme. Anfangs bin ich gar nicht darauf klar gekommen, dass mir jemand sagt wann und wie viel ich zu essen habe. Dabei habe ich zum ersten Mal realisiert, wie wir konsumieren und wie verschwenderisch wir mit Essbaren umgehen. Wir essen nicht so viel bis wir satt sind, sondern so viel bis uns schlecht wird. Seither versuche ich noch ein Stück bewusster zu essen.

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Mit den Kindern haben wir gebastelt, wurden bemalt…

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…und wir haben bemalt.

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Bernd, der Bär und Geschichtenerzähler. Einen crazy Typ. In seinem Pavillon wurden Kontakte geknüpft, einprägende Gespräche geführt und zu später Abendstund’ auch mal gesungen.

Hier habe ich unter anderem eine zauberhafte Seele kennen gelernt: Jose, aus Argentinien. Ein gitarrespielender Reisender, der sein Herz auf der Zunge trägt. Viele Gedanken haben wir ausgetauscht und einen Gedanken fand ich so wunderschön, dass ich ihn mit euch teilen möchte:
„Wenn da ein riesiges Sonnenblumenfeld wäre und jede Sonnenblume wäre geschlossen, wäre es schwer den mutigen Schritt zu wagen, als erstes aufzugehen, sich zu öffnen. Aber der Mut wäre belohnt, nämlich mit tausend anderer Sonnenblumen die auch aufgehen.“
Wie es in uns aussieht und sich anfühlt, das spiegelt unsere Umgebung wieder.

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Diese Festival – Erfahrung war alleine schon wegen dem (ohne zu übertreiben) weltbesten Kakao ein Gewinn. Die einzige Möglichkeit meine Schokosucht zu befriedigen. DIE EINZIGE! Wie man diesen speziellen Kakao zubereitet und warum er auch noch ohne künstlichen Zucker geil schmeckt, ist einen extra Post wert. Seid gespannt.

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Nach 3 Tagen kräftezerrender Sahara Hitze und unzähligen Regentänzen wurden wir mit einem fast tropischen Regenguss beglückt 😉

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Nein, das sind keine Irren. Das sind Menschen, die sich einfach fallen lassen. Weg von gesellschaftlichen Zwängen. Weg von den Vorstellung wie man sich zu verhalten hat. Für mich einer der schönsten Momente. Es ging nur um den Augenblick, der von rythmischen Trommelschlägen begleitet wird. Für manche mag diese Ausdrucksform wahnsinnig erscheinen. Aber wenn glücklich sein Wahnsinn bedeutet, ist man gerne wahnsinnig.

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Ottmar, ein anderer von vielen inspiriereden Menschen an diesem Plätzchen. Schon als junger Bub war er anders. Mit zarten vierzehn Jahren war es sein Ziel, als Erwachsener eine reine Seele zu haben. Guten Gewissens durch das Leben gehen zu können und andere junge Menschen dazu zu bringen einen gewissenhaften Weg zu gehen. Für mich hat er sein Ziel erreicht. 

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Die Schwitzhütte ist einfach ausgedrückt eine spirituelle Sauna.

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Sound Healing – eines der vielen Workshops, die man besuchen konnte. Sound Healing ist eine Art von Therapie und dient zur Heilung. Während der Meditation wird von einem Sound Healer ein Instrument auf einer bestimmten Frequenz gespielt. Stress, Ängste, Blockaden können dadurch gelöst werden. Das Sound Healing war für mich eines der faszinierendsten spirituellen Erfahrungen die ich erleben durfte. Ich habe währenddessen die für mich bisher stärkste Art von Trance während der Meditation erreicht und danach eine unheimliche Erleichterung verspürt. Als hätte ich schweres Gewicht fallen gelassen.

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María Faviana Cochoy Alva Pedro Celestino Yac Noj aus Guatemala stammen aus direkter Linie von den Maya Quiché ab. Sie sind Träger der ursprünglichen Botschaft des heiligen Maya-Kalenders. Dessen Bedeutung für die Vorgänge der heutigen Welt trugen auch sie in einem Workshop vor. Sowie ihre wichtigste Botschaft:  die Bedeutung der Liebe zur Natur. 

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Ein kleiner Markt auf dem man Kleidungsstücke, geknüpfte Armbänder oder andere Dinge aus Lateinamerika kaufen konnte.In der Regel findet dieses Festival in Lateinamerika statt. 4 Jahre hat es uns im Waldviertel besucht und ich bin froh zum Letzten hingestrochlt zu sein. Wer neugierig geworden ist – ähnliche Festivals wären das Rainbow Gathering (Facebook) und das come together.

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Zum Ende des Festivals beehrtee die wundervolle Nessi Gomes uns noch mit ihrer feenhaften Stimme und eindrucksvollen Texten. Musik, in der man sich verirrt.

Genau zu beschreiben was da abging ist schwer, aber Nubia Rodriguez, eine inspirierende und weise Frau formulierte ziemlich schön:
„Es ist schwer in Worte zu fassen, aber in eurem Herzen hat sich etwas getan und verändert. Lass es durch dich strömen und nehmt es mit, sodass es zuhause jeder fühlen kann.”

<3

 

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