MEXIKO || IN VALLADOLID TANZT NIEMAND, AUßER WIR

MEXIKO || IN VALLADOLID TANZT NIEMAND, AUßER WIR

Valladolid, auch “Klein Spanien” genannt, liegt mitten im Herzen Südmexikos. Die Stadt und Umgebung sind bekannt für das Who is Who der Bauwerke mexikanischer Geschichte. Wir waren mal wieder im unserem Element „slow travelling“ und besuchten genau..Eines. Aber hey, wir hatten echt viel zu tun.

Donnerstag:

Als wir Bacalar samt Horror-See hinter uns gelassen hatten, waren wir ab Sekunde Eins wieder ganz wir selbst: verwirrt, laut und gut gelaunt.

Doch mit der Suche nach einem Couchsurfing-Host waren wir diesmal leider ein wenig zu spät dran. Bevor wir jedoch anfingen, uns durch die Hostels durchzufragen, bekamen wir für zwei Nächte eine positive Rückmeldung. Läuft wieder mal. Und diesmal erlebten wir auch noch in zweierlei Hinsicht etwas Neues: Unser Host war weiblich. Und lebte mit ihrer Familie zusammen. Alle hießen uns sehr herzlich willkommen. So herzlich, dass wir an unsere eigenen Familien erinnert wurden und unser Herz aufging. Bisher hatten wir nur bei Jungs übernachtet. Dies liegt nicht (nur 😉 ) an unserer geschlechterspezifischen Auswahl, sondern auch daran, dass sehr wenige Frauen in Mexiko bei Couchsurfing inserieren. Oder in anderen Worten: Am Sexismus und den konservativen Rollenbildern in der Gesellschaft. Eines der größten Probleme dieses Landes. Dazu bald mehr.

Freitag:

Valladolid hat eine Menge zu bieten. Allein ein Spaziergang durch die bunten Gassen ist ein echtes Happening. Bei diesem ganzen “Spanischem Flair” kamen wir natürlich um das Thema Kolonialismus nicht drum herum. Wenn eine Stadt 1:1 aus Spanien kopiert wird, inklusive Name und Architektur, ist das sehr wohl befremdlich. Für uns war es auf der Reise jederzeit wichtig, uns mit der Geschichte und dem echten Alltag der Einwohner zu befassen. In Valladolid lacht dir der damalige Völkermord sozusagen ins Gesicht. Sehr fragwürdig. Wir sprachen mit Mexikanern, die die „Eroberung“ als längst vergangene Geschichte ansehen. Wir sprachen an diesem Tag aber auch mit Frauen und Männern, die ihre Wut nicht zurück halten konnten. Wer ein Land bereist, sollte sich mit allem auseinander setzen – nicht nur mit dem Reiseführerfröhlichjujuzeug. Für uns ein wichtiger und guter Tag. Zur Abkühlung des Körpers und Geistes besuchten wir dann noch eine Unterwasserhöhle mitten in der Stadt.

Abends steckten wir mit unserer Feierlaune unsere Gastgeberin an. Nach einem Vortrinken mexikanischer Art (Tequila, Tequila, Tequila) ging es in den größten Club Valladolids. Mann, was waren wir motiviert. Wir trugen unsere einzigen frischen Kleider (ach, was ist Backpacking schön) und machten schon den Hinweg zu einer einzigen Party. Angekommen waren wir natürlich erstaunt. Super Location, innen riesig, 1A Anlage, Musik vollkommen okay, Drinks lecker und günstig, Freitag Abend…UND ES WAREN NUR VIER ANDERE LEUTE DA. „Da kommen sicher noch mehr“, meinte unser Host. Es kamen nicht mehr. Aber wenn wir eines von uns wissen: Wir brauchen niemand anderen, um eine Nacht voller elektronischer Musik und Rum zu genießen.

Review Valladolid

Samstag:

Umzug, Umzug. Mit schwerem Herzen verließen wir unsere Gastgeber-Familie und zogen in ein Hostel. Ein, wie uns zig Reiseblogger schon versprochen hatten, wirklich schönes Hostel. Sogar fast zu schön, um noch groß etwas zu unternehmen. Also verbrachten wir den Tag in Hängematten und lasen Bücher aus der Hostel-Bibilothek.

Dann wurde es Abend. Samstag Abend, wohlgemerkt. Also starteten wir eine zweiten Versuch. Mit einem überaus motiviertem Australier im Schlepptau zogen wir erneut in den Club von gestern. Die Musik, die Drinks, die Innenausstattung. Wieder alles erste Sahne. Aber irgendetwas war in dieser Nacht anders…DIESMAL WAREN WIR DIE EINZIGEN GÄSTE. Erst empfanden wir vor allem Mitleid mit dem Veranstalter. Dieser Zustand hielt ungefähr fünf Minuten. Denn wenn man einmal die Chance hat, in einem wirklich guten Club alleine die Nacht durchzufeiern, dann muss man das verdammt nochmal auch vollends ausnutzen. Das taten wir. 

Review Valladolid

Sonntag: 

Kopfweh, Kopfweh. Lara hatte an diesem Tag ihren ersten Kater und Rebecca ging es mindestens genau so schlecht. Wir feierten mit Aspirin, fettigem Essen und literweise Wasser. Was man halt so macht, an Katertagen.

Montag: 

Jetzt war es so weit. Jetzt wollten auch wir eine der vielen Sehenswürdigkeiten rund um Valladolid besuchen. Chichen Itza soll ja so der “Hotspot schlechthin” sein. Na dann, nichts wie hin. Die vielen Steine machten uns ganz glücklich (siehe Titelbild 😀 ). Oder war es doch noch der Tequila in unserem Blut? Man munkelt.

Review Valladolid

Dienstag:

Zeitig in der Früh verließen wir Valladolid und machten uns auf den Weg zu unserem letzten gemeinsamen Reiseziel in Mexiko.

 

Alle Insider Tipps, genauen Routen, DOS und DONT´S werden wir in mehrere Beiträge packen, um euch für Mexiko optimal vorzubereiten.

 

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