KOLUMBIEN || OK, KÖNNEN WIR JETZT VON HIER WEG?

KOLUMBIEN || OK, KÖNNEN WIR JETZT VON HIER WEG?

Die letzte Woche unserer Kolumbien-Reise begann zauberhaft und endete in einer Katastrophe. Aber hey, wir waren darauf eingestellt. Es traf uns  nicht überraschend, aber doppelt so hart. Bitte kein Mitleid, an der Hälfte waren wir selbst schuld. Und manchmal, da läuft eben alles anders als erhofft. Aber lest selbst.

Montag 

Wie berichtet, verbringen wir die nächsten zwei Tage in einem riesigen Nationalpark. Doch in der Nacht davor fliegt ein Sandkorn in Rebeccas Auge. Durch Reiben verursacht dieses elendige Sandkorn starke Verletzungen im Inneren des Auges. Die Hostelbesitzerin ruf eine Ärztin, die das Auge notversorgt. Ab jetzt ist Rebecca für ein paar Stunden mit Augenklappe unterwegs. Ay Ay, Captain! Der Tag startet mal wieder vorzüglich. Aber ganze ehrlich, inzwischen haben wir uns mit der Situation abgefunden. Wir schaffen es langsam, aber doch, durch den dichten Dschungel des Tayrona Nationalparks bis zu unserem Schlafplatz. Lara ist dabei Rebeccas Blindenführerin, da diese null Gleichgewicht mehr hat und jede Minute einem Sturz nahe ist. Ganz Backpacking-Like haben wir uns für eine Hängematte entschieden, die wir auch schon um 19 Uhr beziehen. Da soll mal einer sagen, wir wären wild.

Dienstag 

Wir verbringen den Tag an einem wunderschönen Strand. Mit “mal ins Meer springen” ist an den meisten Stränden in Kolumbien jedoch nichts. Die Strömungen sind beinahe an jedem Abschnitt sehr gefährlich und sobald man mehr als knietief ins Wasser geht, wird man schon von den Rettungsschwimmern zurück gepfiffen. Trotz Schwimmverbot genießen wir diesen wunderschönen Ort, ein echtes Juwel in diesem Land.

Den Weg zurück beschließen wir diesmal auf dem Pferd zu verbringen. Für schlappe 12 Euro reiten wir über eine Stunde zum Parkeingang. Rebecca besiegt ihre Angst vor Pferden und trotz kleiner Zwischenfälle genießt sie den Ritt am Ende doch. Zum Glück sagt Lara ihr die ganze Zeit über nicht, dass dieser Ritt eine ziemlich dumme Idee war. Die Strecke durch den hohen Schlamm, über morsche Brücken, direkt neben tiefen Klippen war an erster Stelle: lebensgefährlich. Schweißgebadet und zitternd gibt Lara es dann zu und wir beschließen: Lass uns unser Leben feiern. Mal wieder. 

Mittwoch

Und wie feiert man sein Leben besser, als mit einem Ausflug in die Berge. Inzwischen fühlen wir uns wie neu geboren und merken wieder einmal: In der Natur finden wir Kraft und Ruhe. Per Motortaxi Nix mit Neugeboren, eher “Neuverletzt”. Und trotzdem hat der Weg sich gelohnt. Das Hostel am Berggipfel beherbergt die weltgrößte Hängematte und das beste vegane Essen auf dieser Reise. Wir schließen den Tag beim Lagerfeuer ab.

Hostel-minca

Donnerstag

Leider wird die Zeit langsam knapp und wir müssen zurück nach Taganga in unser Hostel (siehe letzte Woche). Der Weg ist wunderschön und einsam. Wir treffen die ganzen 8 Stunden auf niemanden. Wir reden nicht viel. Wir sind uns selbst in diesen Stunden genug. Und trotzdem, auch ohne Gespräche, fühlt es sich zusammen alles noch schöner an. Kurz vor unserer Ankunft schwimmen wir noch in einem verstecktem Wasserfall. Als wir wieder auf dem Weg gehen, kommt uns doch tatsächlich Maui, unser Freund aus den ersten Reisetagen, auf einem Motorrad entgegen gefahren. Wir fallen ihm in die Arme, sagen ihm, dass er unser Lieblingsmensch in Kolumbien ist und schießen tausend Selfies. Maui freut sich genau so wie wir uns stellt wieder fest: “Mensch, ihr habt aber schon einen an der Klatsche”. Was für ein schöner Tag. 

Wir gehen feiern. Wir sind nicht sonderlich motiviert, aber was soll schon groß passieren? An einem Donnerstag Abend? Naja, sagen wir es mal so: Es ist einiges passiert.

Freitag

OUT OF ORDER.

Samstag

OUT OF ORDER.

Sonntag 

Lara hat verseuchtes Wasser getrunken und wird nun sogar jedes Glas Tee sofort am Klo wieder los. Rebeccas Infektion wird immer schlimmer, selbst die Ärztin weiß keinen Rat mehr. Man muss “halt schauen, wie es weiter geht” und im Notfall “so schnell wie möglich ins Krankenhaus”. Bewegen kann sich Rebecca nicht mehr. Wir liegen den ganzen letzten gemeinsamen Tag und die ganze letzte gemeinsame Nacht in unseren Betten und fühlen uns elend. Wir akzeptieren es jetzt endgültig. Kolumbien mag uns nicht. Aber hey, Kolumbien: Wir dich erst recht nicht! 

Montag

Unsere Verabschiedung findet um vier Uhr morgens statt. Rebecca ist auf Antibiotika, Lara auf Schmerzmittel. Wir fallen uns in die Arme und sind einfach nur überglücklich, dass wir diesen Monat nicht alleine durchstehen mussten. Rebecca reist weiter nach Brasilien, während Lara sich wieder in unserer Nummer 1-Stadt Wien einlebt. Wir werden euch mit einer Fotogalerie das wahre Gesicht dieser Reise zeigen, abseits von Filtern und gestellten Momenten. Seid gespannt und bis dahin: immer positiv bleiben.

 

Alle Insider Tipps, genauen Routen, DOS und DONT´S werden wir in mehrere Beiträge packen, um euch für Kolumbien optimal vorzubereiten.

 

 

Über die Autorin

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