ONE YEAR ON THE ROAD || WIE FINANZIERST DU DEINE REISE?

ONE YEAR ON THE ROAD || WIE FINANZIERST DU DEINE REISE?

Rebecca reist inzwischen schon seit einem Jahr durch Amerika. Endlich beantwortet sie nun die meist gestellte Frage zu diesem Abenteuer: “Woher hast du das Geld?” Ob Fremde, Freunde oder Familie – sie alle interessiert, wie Rebecca sich die Auswanderung finanziert. Also wie funktioniert es, ohne ein geregeltes Einkommen für ein Jahr oder länger zu Reisen?

In diesem Blogpost liste ich euch alle meine bisherigen Ausgaben auf und gebe euch alle Tipps, damit ihr auch einfach mal alles liegen und stehen lassen könnt – die Welt ruft.

Um euch ein besseren Überblick  zu geben, erkläre ich euch zuerst den Ablauf meiner Reise:

In Mexiko sind Lara und ich für einen Monat durch Yucatan gereist. Mexiko ist ein günstiges Reiseziel. Yucatan hebt sich preislich ein wenig vom Rest Mexikos ab. Wir haben zu 80 Prozent die App Couchsurfing benutzt und die restlichen 20 Prozent der Nächte ging es in ein günstiges Hostel. Allein mit Couchsurfing haben wir uns ungefähr 300 Euro gespart. Probiert es aus! Es kommt vor, dass man sich gut mit seinem Host versteht und einfach mal zwei Wochen dort bleibt. Im Gegenzug kocht man oder hilft bei diversen Dingen die anfallen, wie Gartenarbeit oder Hundesitting.
Weiters habe ich zwei Monate ein Meditations und Yoga Retreat besucht. Hierfür wurden die Kosten teilweise übernommen, da wir eine Blog-Kooperation eingegangen sind.

Gesamte Reisezeit in Mexiko: 3 Monate – Kosten: 1.800 Euro

Auf meiner Reise lernte ich eine Frau aus Costa Rica kennen, mit der ich für zwei Wochen durch Costa Rica gereist bin. Da wir meist bei ihren Verwandten waren, gab ich nur Geld für Transport und Essen aus. Man lernt eben auch Einheimische kennen und die meisten sind unheimlich gastfreundlich. So hatte ich die Möglichkeit, ein untouristisches Costa Rica erleben zu dürfen. Ja sagen hilft! In Costa Rica wollte ich außerdem mal für ein paar Monate an einem Ort wirklich leben  – ohne immer auf dem Sprung zu sein. Ich habe mir ein Hostel gesucht und dort für drei Monate als Barkeeperin gearbeitet. Im Gegenzug habe ich einen Schlafplatz, Frühstück, Fahrrad und ein geliehenes Surfboard erhalten. Zu der Zeit bin ich kreativ geworden und habe angefangen Kuchen zu backen und sie den Hostel-Gästen zu verkaufen. Vor allem so schaffte ich es, meine Kosten minimal zu halten. Im letzten Monat habe ich es sogar geschafft, dank meiner Backkünste keine Ausgaben zu haben. Wie man hier wieder sieht, manchmal muss man einfach erfinderisch und flexibel sein. Denn Costa Rica ist eigentlich ein sehr teures Reiseland.

Gesamte Reisezeit in Costa Rica: 4 Monate – Kosten: 900 Euro

ohne-einkommen-lange-reisen

Danach verbrachte ich 10 Tage in Panama, ohne viel auf Geld zu achten. Als sich kurz darauf meine Pläne geändert haben und ich nach Kalifornien bin, wusste ich Eines: Das wird teuer. Ich setzte mir also zum Ziel nicht einmal für eine Übernachtung zu Zahlen und nur via Couchsurfing durch das Land zu reisen. Ein Hostel in San Francisco gibt es zum Beispiel erst ab 40 Dollar (!). Da kann man sich bei insgesamt drei Monaten ausrechnen, wie viel ich dadurch gespart habe. Eine Menge! Ich startete in L.A. und richtete meine weiteren Reiseorte nach Couchsurfing-Zusagen. So habe ich auch dort Leute kennen gelernt, mit denen ich mich enorm gut verstand und die mich eingeladen haben, statt der angefragten zwei Nächte doch zwei Wochen zu bleiben. So kann es laufen. Einen Monat war ich in Kaliforniens Bergen Campen. Und obwohl ich in diesem letzten Monat so gut wie kein Geld ausgab, waren die insgesamt Ausgaben für Kalifornien enorm hoch.

Gesamte Reisezeit in Kalifornien: 3 Monate – Kosten: 2.000 Euro

Nächstes Ziel: Kolumbien. Bevor Lara gekommen ist, wohnte  ich für eine Woche bei einem Mädchen, die mich einlud. Sie wiederum lernte ich in ebenfalls schon früher kennen. Da es in Kolumbien sehr wenige Couchsurfing-Hosts gibt, schliefen Lara und ich die nächsten Wochen immer in einem Hostel. Zum Glück ist das Land wieder günstiger, Hostels kann man ab sechs Euro die Nacht finden. Ein Gericht in einem Restaurant gibt es ab vier Euro. Selbtversorgung geht ab fünf Euro pro Tag. Kolumbien ist insgesamt jedoch teurer als gedacht. Die wirklich günstigen und untouristischen Zeiten sind vorbei. Vor allem für Eintritte in Nationalparks, Transport und Freizeitaktivitäten muss einiges eingerechnet werden.

Gesamte Reisezeit in Kolumbien: 2 und 1/2 Monate – Kosten: 1.500 Euro

Habe ich vorher gespart?
Ja, insgesamt ein halbes Jahr. Mein Ziel war es, mit mindestens 5.000 Euro die Reise zu starten. Letztendlich waren es ungefähr 8.000 Euro.

Mit wie viel Ausgaben muss ich im Monat rechnen?
500-1000 Euro
Die Kunst ist es, sich ein günstiges Land auszusuchen. Dafür eignen sich vor allem viele Teile Asiens, Zentralamerika, Südamerika etc. Wer luxeriös leben und reisen möchte, täglich in Hotels schlafen und mit dem Taxi von A nach B fahren will, kann hier aufhören zu lesen. Um günstig wegzukommen muss man versuchen, sich möglichst dem Lebensalltag der Einheimischen anzupassen. Selbst kochen, Streetfood essen, mit Locals sprechen und Tipps holen, Couchsurfen, in günstigen Hostels schlafen, so wenige Touren wie möglich besuchen, das Land auf eigene Faust erkunden.

Sonstige Tipps:

  • Egal in welchem Land: das Teuerste auf einer Reise sind Unterkunft und Transport. Achtet also vor allem dort auf die Preise und vergleicht. Mit Couchsurfing statt Hotel und Fahrrad statt Bus lässt sich einiges sparen. Bleibt lieber länger an einem Ort, um Flüge oder lange Zug-/Busfahrten zu vermeiden.
  • Auf Workaway findest du zahlreiche Arbeitsstellen auf Zeit, wie Sprachlehrer oder Barkeeper. Als Nächstes geht es für mich nach Brasilien. Dort werde ich mir wieder für eine Zeit lang einen Job suchen. Für 20 Euro Mitgliedschaft im Jahr hat man Zugriff auf unzählige Angebote von Farmen bis hin zu Hostels die Volunteers suchen. Gegen Arbeit bekommst du meist einen Schlafplatz uns Essen.
  • Kein Shopping! Du hast alles was du brauchst. Auch Souvenirs sind nicht nötig. So hast du mehr Geld, um Erinnerungen zu schaffen.
  • Auch kurz erwähnt: Sauf dich nicht so viel an. Ist billiger.
  • Keine Angst vor Gastfreundlichkeit.
  • Keine Panik: im ersten Reisemonat hat man normalerweise die höchsten Ausgaben, da man sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen muss. Normalerweise pendeln sich die Ausgaben mehr und mehr ein.

Ich höre so oft: Ich wünschte ich könnte so eine lange Reise machen. Meine Antwort dazu bleibt. Jeder kann so lange auf Reisen sein.”Ich kann nicht” bedeutet meistens “Ich will nicht”. Wer etwas will findet Wege. Man muss nur Prioritäten setzen und sich wirklich dafür entscheiden.

Und, wo solls hingehen? Mexiko, Kolumbien oder doch Los Angeles?

 

 

Über die Autorin

4 Comments

  • Manuel Gerlach Februar 8, 2017 at 4:25 pm

    Sehr coole und sinnvolle Sammlung an Tipps. Ich würde auch gerne längere Zeit verreisen, aber wenn man einmal mit Studium/Arbeit angefangen hat, dann kommt man aus dem Alltag nur noch schwer raus. Ich verreise demnächst für ein paar Wochen nach Südostasien, aber aufgrund des Zeitmangels werde ich oft Taxis und kostenpflichtige Transportmittel in Anspruch nehmen müssen. Aber mal sehen, ob ich dennoch ab und zu über andere Wege zum Ziel gelange 😉

    Liebe Grüße!

    • mm
      Moresmore Author Februar 14, 2017 at 4:05 pm

      Hey Manuel!

      So ist es meistens. Entweder man hat das Geld oder die Zeit.
      Ich wünsche dir jedenfalls einen wunderbaren Aufenthalt in Südostasien. Steht auch ganz oben auf meiner Liste!
      Lieben Gruß!

  • Roya Februar 5, 2017 at 9:10 pm

    Genial…….ja Genial und einfach Genial… das wort ist mir eingefallen

  • Roya Februar 5, 2017 at 9:03 pm

    Bewunderswert……. ich bin meistens Sprachslos auf diese rieses schritten und ja ………

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