KOLUMBIEN || NACKT, KRANK UND VERHINDERT

KOLUMBIEN || NACKT, KRANK UND VERHINDERT

Eine Low Budget Backpacking-Reise durch Kolumbien. Jenes Land, das noch vor 10 Jahren als gefährlichstes Land der Welt galt. So weit der Plan. Das bei uns natürlich wieder alles anders läuft als geplant, war klar. 

Dienstag:

Nach fast einem Jahr Fernfreundschaft ist es endlich so weit. Das große Wiedersehen ist in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Unser Hotel liegt weit weg von der Innenstadt. Wer braucht schon ein zentral gelegenes Hotel? Wir auf keinen Fall. Stundenlang realisieren wir nicht, dass wir jetzt tatsächlich wieder beinander sind. Wir können nicht aufhören zu grinsen. Lara kränkelt schon, deswegen wird heute nicht gefeiert. Wir gehen mit Freundinnen von Rebecca essen. Auf der Taxifahrt zurück schläft Lara auf dem Mann am Nebenplatz ein. Er beschwert sich nicht. Kolumbanische Freundlichkeit.

Mittwoch: 

Bogotá ist voller Sehenswürdigkeiten. Wir sehen überhaupt keine. Aus Versehen stolpern wir in ein Museum. Nachdem Rebecca Laras Kleid bis zum Rücken hochschiebt und wir eine ungewollte Peepshow liefern, sind wir auch schnell wieder draußen. Wir rennen und stehen plötzlich vor einem Crepes & Waffels. Wir bestellen eine Menge Crepes und bekommen sechs Mal Besteck mit. Soviel dazu. Am Abend ist Lara im Grippekoma und Rebecca schießt Bett-Selfies. Ein ganz normaler Abend eben.

Donnerstag:

Wir fragen die Hotelbesitzerin, wo wir in der Nähe Mittag essen können. “Not in this area. It´s really dangerous here.” Da wir nicht schon wieder stundenlang in die Stadt fahren wollen, beschließen wir den Inhalt ihrer Worte selber zu überprüfen. Die ersten Meter sind komisch. Die Menschen machen uns keine Angst. Die Straßenhunde umso mehr. Nach 20 Minuten und ein paar sehr hilfreichen Einwohnern finden wir ein winziges, dunkles Restaurant. Die Köchin ist ein Engel und zaubert uns für umgerechnet 2€ eine riesige unfassbar leckere vegetarische Platte mit frischem Fruchsaft. Zurück im Hotel berichten wir der Besitzerin von unserer erfolgreichen Suche.“You should never eat by the poor.” entgegnet sie. Well, maybe we should stay there the next time. Abends fliegen wir zu unserem nächsten Stop: Medellin.

Freitag:

Ihr denkt auch, in Kolumbien ist es überall tropisch heiß? Falsch gedacht. In Bogotá und Medellin sind Touristen daran zu erkennen, dass sie Shorts tragen. Wir brauchen dringend wärmere Sachen. Ab in die Geschäfte. An der Information wird uns das Centro de la Moda empfohlen. Blauäugig fahren wir mit der Metro in ein unansehliches Viertel. Keiner auf der Straße kann uns den genauen Weg sagen und wir brauchen ewig um in besagtes Centro zu gelangen. Hätten wir es nur nicht gefunden. Centro de la Moda ist eine unendlich lange Straße voller Geschäfte, bei deren Mode Tally Weijl vor Neid in Ohnmacht fallen würde. Glitzer, Neon und Totenköpfe sind noch immer im Trend. Zumindest im Centro de la Moda. Ass-Push Ups übrigens auch. 2016 war eben das Jahr des Ass. Zurück im Hostel lernen wir unseren neuen Bettnachbar kennen: Maui. Er blutet dank Motorradverletzung seine Bettlaken voll. Doch das ist ok, denn er hat den gleichen trockenen Humor wie wir.

Samstag:

New Years Eve. Die Nacht aller Nächte. Wir wollen tagsüber “kurz” in eine Mall schauen. Drei Zusammenbrüche (NICHTS  PASST!!!), stundenlanges Anstehen und mit 200€ weniger verlassen wir das 7-stöckige Einkaufszentrum. Am Rückweg zum Hostel kaufen wir noch eine Flasche Weißwein, weil wir “nicht übertreiben wollen”. Wir machen unserem Ruf alle Ehre indem wir uns stundenlang zu Justin Biebers “Love Yourself” fertig machen. Wenn das Make Up vor lauter Tanzen weggeschmilzt ist, klatschen wir es von Neuem drauf. Kurz vor Mitternacht schaffen wir es raus auf die Terrasse. Wir sprechen und schreiben möglichst viel undeutliche Nachrichten an unsere Liebsten. Es ist sechs Stunden später in Österreich. Die erhaltenen Nachrichten sind genau so undeutlich wie unsere. Die anderen Hostelbewohner überreden uns schon seit Stunden, endlich dazu zu stoßen. Endlich schaffen auch wir es, uns Richtung Partymeile zu machen. Den Countdown zum nächsten Jahr zählen wir salsatanzend auf Medellins Straßen. Uns fallen Menschen in die Arme, die augenscheinlich schon ein paar Stunden länger feiern als wir. Wir wechseln schnell Location. Es soll da so eine Underground Techno Party stattfinden……. (Aus Sicherheitsgründen werden wir über den Rest dieser Nacht nicht berichten).

Silvester in Kolumbien

Sonntag:

Es geht uns nicht gut. Gar nicht gut. Das ist kein normaler Kater, bei dem “lustige” Hangover-Sprüche auf Instagram gepostet werden. Das ist die Hölle. Wir können uns nicht bewegen und schlafen 12 Stunden durch. Danach gehen wir im Anti-Usian Bold Tempo bis zur Hostelküche. Wir bestellen eine Pizza Gigante, zwei Tüten Chips, sechs Tassen Kaffee und zwei Packungen Kekse. Uns ist schlecht und unser Magen rebelliert inzwischen mit so starken Schmerzen, dass wir fast durchdrehen. Hallo 2017. Nice to meet you. Zusammen mit Maui und den anderen Jungs setzten wir uns vor das Hostel. Bloß nicht zu viel bewegen. Die Anderen versuchen den Kater mit Bier zu bekämpfen. Klappt nicht.

Montag: 

Nach drei Tagen in Medellin erleben wir an diesem Tag endlich auch etwas Normales. Per Seilbahn geht es über die dicht mit Slums besiedelten Berge. Seitdem es diese Seilbahn gibt, ist die Mordrate in Medellin rapide gesunken. Bildungsstätten wurden gebaut und die Armut durch Regierungs- und Privatprogramme zu einem kleinen Teil bekämpft. Rebecca lacht die ganze Fahrt über, während Lara vor lauter Höhenangst heult. Na wenn wir kein Dreamteam sind. Wir beschließen uns nach einer ungesunden Woche abends einen Salat mit Kartoffeln zu kochen. Es werden wieder Chips und Cookies.

 

Alle Insider Tipps, genauen Routen, DOS und DONT´S werden wir in mehrere Beiträge packen, um euch für Kolumbien optimal vorzubereiten.

 

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