KOLUMBIEN || AUFGEBEN IST NICHT

KOLUMBIEN || AUFGEBEN IST NICHT

Kolumbien, Kolumbien. Du machst es uns schwer. Doch noch geben wir nicht auf. Noch sind wir uns sicher, dass dieser Trip uns bereichert. Uns etwas lehrt. Wir sind uns da ganz sicher. Noch. 

Mittwoch Wir fahren mit dem Bus von Cartagena nach Santa Marta. Morgens beim Frühstück fragen wir noch andere Traveller, wie lange die Fahrt ungefähr dauert. “Vier bis maximal sechs Stunden, länger auf keinen Fall.” Das geht. Nach den ersten 100 Kilometern bleibt unser Bus plötzlich mitten im Nirgendwo nahe einem Dorf stehen. Immer mehr Menschen kommen angerannt. Haben wir eine Panne? Hat der Busfahrer jemanden angefahren? Erst als uns Mitreisende das Geschrei zwischen unserem Busfahrer und den Menschen draußen erklären wissen wir: wir sind mitten in einem Streik. Eigentlich nicht mitten drinnen, sondern wir bilden den Anfang. Der Bus wurde mit Holz und Müll umstellt. Menschen stehen davor. Kein Durchkommen möglich. Lara ist ganz in ihrem Kindheitsjob und spielt Reporterin, die “rasende Suffreporterin”. Irgendwann kommen Militärfahrzeuge angerollt und nach fünf Stunden verkauft der Busfahrer das Wasser an uns und die restlichen Mitfahrer ums Vierfache. Halb verdurstet und  laut über die Diskussion debattierend stellen wir auf einmal fest: der Protest ist vorbei. Die Fahrt geht weiter.

In Santa Marta schlafen wir zum ersten Mal in Kolumbien gratis bei einem Einheimischen, auch Couchsurfing genannt. Hier ist das um einiges schwieriger als in Mexiko, da es a) weniger Hosts gibt und b) die existierenden Hosts meist creepy as fuc* sind. Wir schlafen also heute und morgen bei Tom. Tom ist geschätzt weit über 50 und Alleinstehend. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Creep, wie hunderte von Reviews auf seinem Couchsurfing-Profil bezeugen. Wir werden es sehen.. 

Donnerstag Tom ist ein Creep. Denn ist es merkwürdig, statt einem Gast gleich SIEBEN (inklusive einem Kind) zu beherbergen. Uns auch egal, wir wollen sowieso raus. Ab an den Strand. Doch ihr denkt, Kolumbien ist ein Strandparadies? Wasserabenteuer an jeder Ecke? Naja, was die Betonung auf Abenteuer anbelangt, stimmt das schon. Denn die meisten Strände sind aufgrund er starken Unterströmungen im Wasser zwar nett zum Anschauen, aber nichts für Wasserratten. Rote Flaggen, Statistiken der letzten Toten auf Schildern und ein menschenleeren Meer – das ist die Realität an den meisten Stränden. Nicht so unser Platz, den Tom uns wärmstens empfohlen hat. Hier tummelt sich dafür dann ganz Kolumbien. Über dem Wasser liegt eine ölige Schicht, da die Abflüsse der vielen Hotels am Strand direkt hinein gespült werden. So riecht es auch. Der Sand besteht zu 66% aus Plastikmüll und alle drei Sekunden will man uns Sonnenbrillen/Überbackene Banane oder einfach nur einen Kuss andrehen. Wir haben es geschafft. Wir haben auf dem hässlichsten Strand dieser Welt unseren Tag verbracht.

Reiseblogger Review Kolumbien

Am Abend gehen wir feiern. Zuerst traditionell wie immer während der Taxifahrt. Unser Spanisch ist mittelmäßig (Rebecca) bis unterirdisch (Lara). Deswegen wurde es zu unserer Tradition, mit den Taxifahrern zu tanzen und zu singen – die ultimative Kommunikation. Während ein Wiener Taxifahrer deine Bitte “die Lautstärke von Justin Bieber´s “Sorry” auf MAXIMAL zu stellen” in guter alter Manier ignoriert, shaken und singen die lateinamerikanischen Taxifahrer noch heftiger als wir selbst. An unserem ersten Stop, einer Salsa-Bar, stellen wir zwei Dinge fest: Hier sind nur Paare. Und der Barkeeper nimmt “doppelten Wodka” angsteinflößend ernst. Uns zieht es weiter zu einer Hostel-Rooftopparty. Und, Hut Ab! Es ist Vollmond und diese Fullmoon-Party hättet ihr mal lieber nicht verpasst 😉 .

Freitag Zum Glück ist unsere Weiterreise diesmal nur eine halbe Stunde mit dem Taxi lang. Alles andere hätten wir wohl auch nicht mehr geschafft. Vor unserem Auszug stellt uns Tom nämlich mit süffisantem Grinsen Lappen und Putzmittel hin. Ahhh, deswegen will er so viele Gäste – da spart man sich die Haushaltshilfe. Praktisch. Ist übrigens unser Blogger-Tipp der Woche.

Angekommen in Taganga essen wir Pasta und überlegen uns eine neue Bilderreihe namens #therealfaceoftravellingDenn die wenigsten unserer Bilder der letzten Tage würden es wohl in unseren derzeit farblich perfekt abgestimmten Instagram-Feed schaffen.

Samstag Taganga ist ein kleines Fischerdorf, das vor allem für seine schwindelerregend hohe Kriminalitätsrate bekannt ist. Ach, wir schaukeln das schon. Unser Hostel ist ein Traum: ein Pool, Hängematten, viele Kanadier. Und ja, Kanadier sind wirklich so nett, wie 9gag uns propagiert. Wir verbringen den restlichen Tag damit, in der Hängematte über lebenswichtige Fragen wie “Lieber Blogger oder Vlogger?” und “Wie eröffnet man eine Escort-Agentur?” zu philosophieren. Hach, das Leben kann so schön sein.

Sonntag Den Großteil unserer Kleidung, Schminke & Co. lassen wir ins großen Plastiksäcken im Hostel. Für uns geht es jetzt ein paar Nächte in einen Nationalpark und in die Berge. Für den “Tayrona National Parque” ist es so schwer Eintrittskarte zu bekommen, dass wir extra um 05:30 dort antanzen. Also um die Uhrzeit, um die wir hier normalerweise schlafen gehen. Jede Minute Schlaf mehr hätte sich gelohnt, denn wir beschließen den GANZEN WEG bis zur unserem Campingplatz zu Fuß zu gehen. Während also andere Besucher in Taxis an uns vorbei rauschen, gehen wir stundenlang durch dichten Dschungel. Und es ist traumhaft. Wir sind vollkommen alleine. Wenn man von den vielen Tiere, unter anderem Affen, Faultiere und riesigen Schmetterlingen, absieht. Es wird eine 8-stündige Wanderung bis zum Meer. Das wäre natürlich kein Problem, hätte Rebecca nicht seit gestern Nacht eine Augenklappe. Aber das ist eine Geschichte für die nächste Wochen-Review.

Reiseblogger Review Kolumbien

Alle Insider Tipps, genauen Routen, DOS und DONT´S werden wir in mehrere Beiträge packen, um euch für Kolumbien optimal vorzubereiten.

 

 

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