SCHAU RUHIG HIN: WIR FEIERN UNSERE WEIBLICHKEIT

SCHAU RUHIG HIN: WIR FEIERN UNSERE WEIBLICHKEIT

Wir sind keine Mädchen mehr, die sich in Schubladen stecken lassen. Wir sind Frauen, die sich im ganzen Kleiderschrank wohlfühlen. Mit der Akzeptanz und dem Feel Good-Faktor kam die Zufriedenheit mit dem eigenen Ich. Mit den Kurven am ganzen Körper, den Haaren an allen Stellen, den Periodenschmerzen, dem Gefühlschaos und all den anderen Dingen.

Früher wollten wir vieles sein: frei, unabhängig, cool und stark. “Weiblich sein” stand nicht auf unserer Wunschliste. Der negative Unterton von “Run like a girl” oder “Throw like a girl” haftete an uns wie die Blicke der Männer, wenn wir in knapper Kleidung an ihnen vorbei gingen. Apropos knappe Kleidung: In einer Zeit, in der auch nur der Anschein unserer Nippel auf einem Foto, es binnen Minuten auf Instagram gemeldet und gelöscht wird, brauchen wir umso mehr unsere eingesetzte Weiblichkeit. Wieso sind weibliche Nippel pornografisch und männliche einfach ein Stück Haut? Wieso ist das Bild einer nackten Frau gleich vulgär oder zu offenherzig?

Rebecca nahm als Kind das Wort “Rosa” nicht mal in den Mund und bewies ihre Stärke im Ringer – Wettbewerb. Lara war verzückt von Ballett und trug nichts anderes als Rosa. Beides ganz wunderbar. Trotzdem hatten wir immer das Gefühl, einem gewissen Standard entsprechen zu müssen: schön und ruhig, ein braves Mädchen eben. Wirklich stolz auf unser Geschlecht waren wir nie, denn dieses geforderte Ideal erreichten wir beide nie.

Doch inzwischen sehen wir auch unseren Körper als Statement der Freiheit, mit dem wir alles machen können. Wir können uns verdecken, uns frei machen, uns zu Fremden ins Bett legen, neben der immer gleichen Person liegen, jeden küssen, niemanden küssen. Wir sind keine leichten Mädchen wenn die Anzahl unserer Sexpartner im zweistelligen Bereich liegt und wir sind keine frigiden Tussis, wenn wir sie an einer Hand abzählen können. Und überhaupt, wer bestimmt was richtig und was falsch ist? Wenn wir selber unsere Grenzen bestimmen, was sollte dann noch schief gehen?

Seit ein paar Jahren hat der negativ angehauchte Blick auf unsere eigene Weiblichkeit, unsere weiblichen Attribute, stark verändert. Nun betonen wir sie – ob äußerlich oder innerlich. Frau sein heißt stark sein und erfolgreich sein und verletzlich sein und wild sein. Mehr im weiblichen Element zu stehen bedeutet für uns, dass wir stärker verwurzelt sind und nicht mehr bodenlos und unsicher. Unsere Energie fließt, weil wir unser Fundament gelegt haben. Wir akzeptieren unsere Emotionen, egal wie “schwach” sie von anderen bewertet werden. Zärtlichkeit und Geborgenheit zu geben und zuzulassen ist nicht mehr uncool – sondern ganz schön cool!

An dieser Stelle danken wir all den wunderbaren Frauen, die ganz einfach ihr Ding durchziehen. Und dieses „Ding“ bedeutet nicht im Geringsten „do it like a man“, sondern „do it like you wanna do it“. Wenn es dein Traum ist, Sugargirl eines Immobilienheinis zu sein: DO IT! Wenn du null Lust auf Karriere hast und lieber zuhause bei den Kindern bleiben willst – DO IT! Wenn du ohne einen knappen Minirock nicht außer Haus gehst – DO IT! Die Zeit der Grenzen ist vorbei, aller Grenzen die wir uns selbst setzten. 

Wir stehen unter ständiger Bewertung, seitdem wir öffentlich unsere Gedanken, Gefühle, Sorgen, Höhen und Tiefen teilen. Das ist einerseits ganz wunderbar, weil wir unsere Werte weiter vermitteln dürfen und manchmal auch hart, weil wir nicht alle Seiten öffentlich ausleben wollten. Doch wir haben schnell gemerkt, dass uns unsere Authenzität ausmacht. Nicht die Tipps treffen unsere Leser, sondern unsere persönlichen Geschichten. Wir begannen damit, Blogger-Tabu-Themen wie Sex, die Trennung von dem Partner, Bindungsängste, Essstörung, der harte Vergleichsdruck unter Frauen, freie Brüste, schreckliche Reiseerfahrungen und vor allem: ganz viel ehrliche Selbstliebe zu teilen. Für mehr Ehrlichkeit und weniger Schauspiel. Für ganz viel Weiblichkeit und Gefühl.

 

Über die Autorin

4 Comments

  • Jasmin Dezember 8, 2017 at 1:41 pm

    Wow, ein ganz toller und verdammt ehrlicher Text! Mittlerweile bin auch ich an einem Punkt angekommen wo ich stolz bin eine Frau zu sein! Ich bin wer ich bin, ich passe in keine Schublade, ich verkörpere kein Bild einer Frau, sondern ich bin ich. Laut, frech, sanft und lieb. Alles in einem und irgendwie auch nichts. Danke für eure ehrlichen Artikel! Ihr seid einfach ihr und authentisch. Das fehlt irgendwie in Zeiten wie diesen. Liebste Grüße an euch, Jasmin

    • mm
      Moresmore Author Dezember 9, 2017 at 4:48 pm

      Hi Jasmin, da hast du einfach verdammt recht! Wir sind alles, was wir wollen! Danke für deine schönen Worte <3

  • Hanna Dezember 7, 2017 at 8:32 pm

    Mir fallt gerade nicht anderes ein, als euch ein Herz rüber zu schicken. Vie-len Dank für die-sen Text!!

    Mit Herz und so
    Hanna

    • mm
      Moresmore Author Dezember 7, 2017 at 10:17 pm

      Liebe Hanna, danke für dein schönes Feedback <3 viel Liebe <3

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