REAL TALK || BIST DU SCHON SCHÖN, ODER VERGLEICHST DU DICH NOCH MIT ANDEREN?

REAL TALK || BIST DU SCHON SCHÖN, ODER VERGLEICHST DU DICH NOCH MIT ANDEREN?

Der Titel ist hart gewählt? Diese Welt ist ein hartes Pflaster, meine Lieben. Die Vorstellung davon, welche Attribute einen Menschen schön aussehen lassen, variieren zum Glück stark. Gibt es überhaupt hässliche Menschen? Und wenn ja, wie sehen sie aus? 

Eine Situation, die wir alle kennen: Wir sehen eine Person. Wie üblich, bewerten wir die Attraktivität dieser Person binnen Sekunden. Spricht uns das Äußere an, wollen wir mehr erfahren. Durch welche Umstände auch immer kommt es nun dazu, dass wir mit besagter Person sprechen. Und plötzlich passiert ein interessanter Vorgang: Allein durch das erste Gespräch oder auch nach mehreren wird dieser Mensch unattraktiver. Immer mehr. Oft bis zur vollkommenen Abneigung. Das sogenannte Kotz-Seh-Gefühl. Denn diese Person ist dumm/langweilig/rechts/setzte hier eine weitere negative Eigenschaft oder Einstellung ein. Wir können uns auf unsere äußeren Sinne also nur eine bestimmte Zeitspanne lang verlassen. Umgekehrt ist dieses Phänomen auch nicht unüblich. Person X ist zwar nicht besonders ansehnlich, hat aber das gewisse Etwas.

Wir gehen halt so durch die Welt. Unser Alltag ist dabei ein ständiger Vergleich. Auf der Straße, auf Facebook, im Fitnessstudio, im Warteraum beim Arzt..wir vergleichen uns nonstop mit Anderen. Das ist ganz natürlich und ansich auch nichts Bösartiges. Doch wo fängt der krankhafte Vergleich an?

Hier die drei Zeichen, dass du voll von Unsicherheiten bist:

1) Du vergleichst dich wirklich 24/7 mit deinen Mitmenschen. Max macht das Projekt besser, Julia kommt Beyonce näher, Sarahs Style ist immer bis ins kleinste Detail perfekt. Who the fuck cares? Wer solche Vergleichs-Energie in die eigene Wandlung investiert, ist schneller am Ziel, als man “Neid” aussprechen kann. Hast du je einen Hund mit dem Gedanken angesehen: “Der könnte ein paar mehr Flecken besitzen” oder “Das Fell wäre heller schöner”. Schwachsinnig, oder nicht?

2) Ein ehrliches Kompliment an deine Mitmenschen? Niemals. Wenn du schon mal ein Kompliment aussprichst, ist es mindestens aus Mitleid bis hin zu einer glatten Lüge. Warum auch deinen Freunden sagen, dass sie etwas gut machen? Das werden sie schon selber wissen 😉

3) Ich, ich, ich. Dein Lieblingsthema ist dein Erfolg, dein Aussehen, deine super innovativen Ideen. Zuhören? Wird überbewertet. Beziehungsweise, du hörst so lange zu, bis du die Erzählung deines Gegenüber mit deiner eigenen Geschichte zu dem Thema unterbrechen kannst. Ist ja schließlich viel spannender. Und dies ist dann jene Lebensweise, in der das Ego so fett is, dass es die Unsicherheit verdeckt. Macht das hässlich? JA.

Was bedeutet Schönheit nun für uns? Schönheit bedeutet für uns, andere Menschen nicht zu imitieren. Seine Unsicherheiten zu überwinden. Sich selbst zu akzeptieren. Ehrliche Komplimente geben zu können. Sich für andere zu freuen. Das Ego einfach mal runter zu fahren. An den Sachen zu arbeiten, die einem wirklich wichtig sind. Nur weil das Ideal derzeit bei Männern ein muskulöser Körper ist, macht er nicht automatisch schön. So viele unserer Freundinnen feiern dieses Fitnesshype bei Männern ganz und gar nicht! Und wenn du schon jeden Tag trainierst, mach es für dich. “Tue es für dich” ist halt auch wieder so eine Sache. Denn wärst du der einzige Mensch auf der Welt, wäre dir dein Aussehen immer noch wichtig? 

Du bist dir nicht sicher, ob du dich selbst schön findest? Einfacher Test: denke an drei negative Attribute, die dich jemand genannt hat. Ein Stich ins Herz beim Gedanken an diese Situationen? Unsere Komplexe sind intrinsisch, kommen also von innen. Erst wenn diese Komplexe nicht mehr da sind, können uns Beleidigungen über unser Aussehen nichts mehr anhaben. Denn in Wahrheit geht es nicht über den zu großen Bauch, die dicken Beine, den fehlenden Sixpack oder den kleinen Bizeps. Schuld sind unsere Unsicherheiten. In einer Welt voller Bewertungen, bewerten wir uns selber am Strengsten. Am Ende bleibt die Wahl uns überlassen. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Innen oder auf Außen? Wir uninteressant wäre die Erkundung der Welt, wenn jeder Vogel, jedes Blatt gleich aussehen würde. Wie langweilig wäre sie doch, eine Welt voller schöner Menschen.

 

Fotocredit: Studio Picco 

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