ADIOS LATIN AMERICA || PLÄNE ÄNDERN SICH

ADIOS LATIN AMERICA || PLÄNE ÄNDERN SICH

Rebecca reist inzwischen seit fast einem Jahr durch Mittel – und Südamerika. Nun berichtet sie, welche unerwartete Änderung ihre Auswanderpläne genommen haben und was der wahre Grund für den nächsten Schritt ist.

Pläne sind dazu da, um über den Haufen geworfen zu werden. Zumindest in meinem Auswander-Abenteuer. Denn eigentlich wollte ich nur zwei Wochen in Mexiko bleibem. Und blieb drei Monate. Und eigentlich wollte ich nur zwei Wochen in Costa Rica bleiben. Und blieb drei Monate.

Ihr merkt schon: die Geschichte wiederholt sich. In Costa Rica arbeitete ich als Barkeeperin und „Rebecca für alles“ in einem Hostel. Meine freie Zeit verbrachte ich in der Natur. Mein Sportprogramm? Surfen, bis jeder Muskel zu spüren ist. Sagen wir es so, ich hatte eine großartige Zeit.

Doch dann plagte mich ein Gefühl, dass ich seit meiner Auswanderung von Wien nach Südamerika kein einziges Mal bisher verspürte. Heimweh. Es traf mich ungeahnt schnell und mit voller Wucht. Ich war wie gelähmt. Fragen tauchten auf. Was mache ich hier überhaupt? Was soll mir das bringen?

Auf diesem Trip lerne ich täglich neue Leute kennen. Mit einigen von ihnen reiste ich sogar eine Zeit lang gemeinsam. Doch die Menschen aus meiner Heimat sind eben unersetzbar. Du kannst noch so lange unterwegs sein, noch so viel erleben, noch so viel lernen. Deine Wurzeln bleiben deine Wurzeln. Meine Mama mit ihrer persischen, temperamentvollen Art. Meine besten Freunde, die mit mir leiden, lachen und leben.

Doch ich wollte nicht zurück. Noch nicht. Ich wusste, dass ich Familie und Freunde in Nordamerika habe. Mein neuer Plan? Dorthin fliegen. Ab nach Los Angeles.

Innerhalb weniger Flugstunden änderte sich meine Umgebung von tiefen Dschungel zu einer westlichen Megacity. Nach einem mehrtägig andauernden Kulturschock kam ich auch mit meinem Geist an. Ich genoss persisches Essen mit Familie und vertraute Gespräche mit Freunden. Es fühlte sich gut an. Mein Heimweh war wie weggeblasen. Mein Herz war wieder aufgeladen. Mit ganz viel Liebe.

Pläne ändern sich und das ist gut so. Anstatt immer nur festen Schritten zu folgen, sollte man Platz für seinen Instinkt lassen. Nordamerika stand nie auf meinem Plan, wurde von mir als uninteressant abgestempelt.

Die nächsten Wochen ging es für mich von den schönen Stränden Kaliforniens in den Norden, wo ich den Wintermonat November verbracht habe. Womit? Mit Campen in den Wäldern und Wüsten, komplett abgeschnitten von Laptop und Smartphone. Welt, du bist so schön.

 

 

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