DER BRIEF AN MICH SELBST || JETZT KOMMT ALLES RAUS

DER BRIEF AN MICH SELBST || JETZT KOMMT ALLES RAUS

Mehrmals im Jahr stellen wir uns gegenseitig eine Aufgabe. Eine mehr oder weniger schwierige Challenge, um den Horizont der jeweils anderen zu erweitern. Natürlich auch als Inspiration für euch. Ist es an der Zeit für einen Brief an dich selbst? 

Die Challenge von Lara an mich ist folgende: Schreibe einen Brief an dich selbst. So wie du ihn an jemand anderen schreiben würdest. An jemanden, den du sehr gut kennst. Einen Brief, in dem du alles los wirst. Pure Ehrlichkeit. Auch wenn sie noch so hart ist.

Ich habe wirklich ewig gebraucht, um diesen Brief zu schreiben. Es gibt halt auch im virtuellen Leben Grenzen. Ich werde und möchte nicht alles aus meinen privaten Gedanken öffentlich preisgeben. Denn als Bloggerin lebt man vieles öffentlich: Gedanken, Einstellungen, Alltag. Das macht verletztlich. Doch es darf uns nicht davon abhalten, frei von der Seele zu schreiben und zu reden.

In erster Linie geht es für mich bei dieser Challenge darum, dass auch ich nur ein Mensch bin – mit allen Hoch und Tiefs. Eine Facebook-Timeline oder ein Blog zeigen gefilterte Inhalte, die Highlights des Alltags. Nichts da mit Everyday life.

Ich muss mich ebenso motivieren, mich hinterfragen und dazulernen. Ich schreibe diesen Brief an mich selbst. Um mich daran zu erinnern, was mich ausmacht, was mich bewegt und mich erdet.

Na dann mal los…

Teile dich mehr mit. Oft hast du Gedanken, die für deine Mitmenschen sehr hilfreich sind. Aber ich bin halt auch jemand, der gerne mal nichts sagt. Ich habe gelernt meine Schokolade zu teilen. Aber jetzt ist es an der Zeit, auch mehr Worte zu teilen. Bei Freunden und Familie geht das ja schon ganz gut. Bei neuen Bekanntschaften sieht das schon ganz anders aus. Es gibt zwei Arten von Menschen. Die, die gar nicht denken bevor sie reden. Sowie die, die zu viel denken bevor sie sprechen. Ich gehöre zu Zweiterem. Nein, ich bin keineswegs schüchtern und schon gar nicht auf den Mund gefallen. Aber meine Konversationen bleiben oft oberflächlich. In Sicherheit gewogen durch lautes Lachen und mein Wissen, muss ich mich nicht öffnen. Doch leben wir nicht, um zu wachsen?

Experimentiere. Nur Talent reicht auch bei Tänzern oder Sängern keineswegs. Eine große Portion Mut und Disziplin ist ein Muss. Trau dich immer ein bisschen mehr. Du bist nicht von Anfang an ein Profi. Greif endlich wieder zu deiner Gitarre. Übe regelmäßig. Teile deine Fortschritte mit deinen Freunden. Setz immer einen drauf. Ich kann nicht, gibt es nicht. Es gibt nur ein “ich will nicht” und das ist ab sofort eliminiert. Grenzen sind da, um überschritten zu werden. Setze deine eigenen Grenzen. Setze sie immer einen Schritt weiter, als du es dir zutraust.

Höre auf alles zu analysieren. Wenn dein Verstand zu schwer wird erinnere dich daran, zurück zu deinem Herzen zu kommen. Alles was du erlebt hast, kann eine Erfahrung sein. Wenn du sie einfach eine lehrende Erfahrung sein lässt. Über-Analysieren schafft dagegen meist nur Probleme, die nicht existieren.

Erinner dich immer daran: Verlasse deine Komfortzone. Als du dachtest, wegen deiner sensiblen Ohren nie Tauchen gehen zu können. Nach deinem ersten Tauchgang waren die Ohrenprobleme wie weggeblasen. Tauchen gehört nun zu deinen schönsten Momenten im Leben, du ziehst deine Kraft daraus. Als du gesagt hast, du wirst nie auf einer hohen Welle surfen. Eines Tages bist du einfach rausgeschwommen und hast es gemacht. Als du gesagt hast, du willst nicht alleine auf ein Konzert gehen. Du warst dann sogar Backstage. Jedes Erlebnis, das am Anfang Überwindung gekostet hat, entwickelte sich zu deinen Prägensten.

Die größte Challenge an mich selbst ist aber wohl: Zu lieben. Mich zu lieben. Liebe dich, da wo du jetzt stehst. Liebe dich nicht nur, wenn du einen flachen Bauch hast. Liebe dich auch mit einem kleinen Bauch. Liebe dich nicht nur, wenn du einen Schritt auf der Karriereleiter erklimmst oder die Erwartungen deiner Familie erfüllst. Nein. Liebe dich genau dann, wenn du einen anderen Weg einschlägst. Riskanter und kreativer leben möchtest. Liebe dich nicht nur, wenn du glücklich bist. Nein. Liebe dich auch, wenn du traurig oder wütend bist. Liebe dich nicht nur, wenn du ein guter Mensch bist. Nein. Liebe dich auch, wenn du Fehler machst.

Ich werde nach einem Fehlverhalten meinerseits nicht mehr in Selbsthass versinken. Ich werde verstehen, dass ich an Fehlern wachse. Sei nicht so hart zu dir selbst.
Du bist wundervoll. Wenn du dich selbst nicht schön, intelligent und interessant findest. Wenn du nicht selbst von dir überzeugt bist…wie soll es dann je jemand anderes sein? Steh zu dir. Du bist toll!

Über die Autorin

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