REAL TALK || WIESO WIR HUNDE KUSCHELN UND KÜHE ESSEN

REAL TALK || WIESO WIR HUNDE KUSCHELN UND KÜHE ESSEN

Wenn es zu der Herkunft unseres Steaks kommt, benehmen wir uns wie Pferde mit Scheuklappen. Bloß nicht hinsehen, bloß nicht darüber nachdenken. Denn wer denkt, hinterfragt. Und wer hinterfragt, muss im schlimmsten Fall sein Leben ändern. Wie anstrengend.

Dabei geht es doch um die Wertschätzung von Lebewesen, die wir in Form von Spaghetti Bolognese, Frankfurter oder Kebap zu uns nehmen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Ihr habt gerade keinen Stein gegessen, sondern einen ehemals atmenden Organismus. Ja, für uns ist es die normale Nahrungskette. Nein, dieser Beitrag ist kein Plädoyer zum Vegetarismus oder Veganismus. Wir wollen, dass ein Umdenken stattfindet.

Nutztiere

Dabei geht es nicht um das Essen von Fleisch an sich, sondern um das “wie oft und von welchem Betrieb.” Wann wurde eine Kuh zum Lebensmittel, anstatt ein Lebewesen zu sein? Wir finden es abscheulich, wenn Chinesen genüsslich einen Hundewelpen frittieren. Am besten führen wir dieses Gespräch noch beim Kauf von Eiern aus “Freilandhaltung”. Kein Tier ist weniger wert als ein anderes. Schweine und Kühe sind intelligente Individuen, welche in sozialen Strukturen leben.

Wir liebkosen unsere Hunde und hauen uns gequälte Hühnchen rein. Die Milka-Kuh macht Spaß. Mit dem Wissen, dass weibliche Kühe extra “dauerschwanger” gemacht werden, um nonstop unsere Kaffemilch zu produzieren, ist das Ganze schon nicht mehr so spaßig. Inbegriffen bei diesem Dilemma sind natürlich auch alle Erzeugungsmittel wie Eier, Milch & Co.

Jeder Einzelne von uns trägt eine Verantwortung. Alleine sind wir machtlos, zusammen liegen uns sogar die Mächtigsten dieser Welt zu Füßen. Diejenigen, die von dem Leid der zerupften Hühner und in Todesangst quikenden Schweine profitieren. Wenn wir unsere Ignoranz ablegen würden, verstehen würden, dass jedes Lebewesen- egal ob Hund, Katze, Kuh oder Schwein- ein Recht hat ein artgerechtes Leben zu haben, dann sind wir ein Schritt weiter zur Menschlichkeit. Und einen Schritt weiter, den profitgierigen Teufeln ihre Einkommensquelle zu versiegeln. Bye bye, Mercedes. Hallo Ubahn-Ticket.

Du fragst dich jetzt “Lohnt sich das alles überhaupt? Es wird sich doch sowieso nichts ändern”. Aber hey, kein Wandel auf diesem Planeten ging rasch. Ein Umdenken und eine darauffolgende Umstellung braucht nunmal Zeit. Ein Nichteintreten dieser Wandlung wird alles nur noch verschlimmern. Auch wir werden Kinder haben. Welche Werte wirst du ihnen mitgeben?

Und dann gibt es da noch diese anstrengende, gehirnzellenaufwändige Möglichkeit DEINEN Konsum zu überdenken. Denn es gibt sie. Die Alternativen, vor denen die Mehrzahl von uns nur allzu gerne die Augen verschließt. Schon ein vegetarischer oder veganer Tag pro Woche kann bei einer Masse an Menschen viel verändern. Wenn wir weniger konsumieren, wird weniger produziert. Denn die Produktion erfolgt auf Nachfrage.

nutztiere

Mach dir keine Illusion: dein Filet um 2,80 ist ein beschissenes Produkt. Was beim Kauf zu beachten ist? Klasse statt Masse. Qualität statt Quantität. Kauft weniger, dafür gut. Fragt in Restaurants nach, unter welchen Umständen die Tiere gehalten wurden. Woher kommen die Eier? Die Kellner sind genervt? Such dir ein neues Restaurant für deinen Spießer-Brunch.

Verleihen wir Tieren die Stimme, die sie selbst nicht haben. Eure Katze ist euer Schatz? Dann schätzt verdammt nochmal das für euch geschlachtete Tier auf eurem Teller. Tiere atmen und sie fühlen. Sie fühlen Schmerz und Enge und Stress. Wir haben die Macht über ihr Schicksal zu entscheiden.

Übrigens: am Hof Butenland leben rund hundert dieser Tiere, die dem Schlachter, dem Hunger- oder Kältetod oder der Verwahrlosung entkommen sind. Jetzt leben sie ein freies und quasi selbstbestimmtes Leben. Die Stiftung nimmt Geld- und Sachspenden entgegen. Auch eine Patenschaft ist möglich, bei der du jeden Anfangsmonat die Tiere besuchen kannst. Gibt es ein geileres Hobby als “Tiere streicheln”? Eine Win-Win Situation.

Über die Autorin

2 Comments

  • Eddy März 4, 2016 at 11:05 am

    Danke für diesen lesenswerten Beitrag: werde ich gern über Trusted-Blogs weiter empfehlen!

    • mm
      Moresmore Author März 6, 2016 at 11:24 am

      Das freut uns!

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